Spiellaune erfasst auch das Publikum

 

 

Der GMA-Musical-Darstellernachwuchs aus Osnabrück wurde am Freitagabend im Kulturhaus gefeiert. Fotos:

(Beate Müller)

Tecklenburg - Welthits zum Schwelgen, großartig umgesetzt vom MusicaldarstellerNachwuchs aus Osnabrück, eine flotte Inszenierung, üppige Tanzszenen, skurrile Kostüme, ein bisschen Siebziger-Jahre-Beach-Party-Stimmung - das war, in Kürze, das Gastspiel der German Musical Academy (GMA) im fast voll besetzten Tecklenburger Kulturhaus. Diesmal auf dem Programm:„Ach du liebe Güte! Best of Mamma Mia and more“, eine Pop-Komödie, die im raschen Wechsel von Spiel-, Tanz-, Gesangsszenen Abba-Klassiker wie aufblitzende Perlen in eine (Handlungs-)Kette einbindet.

„Das darf man gar nicht laut sagen. Wir hatten nur sechs Tage Zeit zum Proben“, bekannte Freitagabend nach der Aufführung Sascha Wienhausen, der künstlerischer Leiter der GMA, an der man sich zur Zeit vor laufenden Projekten nicht retten kann. Doch Alles in Allem sprang der Funke aufs altersmäßig höchst bunt gemischte Publikum über. Zum Schluss feierten die rund 230 Zuschauer die begabten jungen Leute der Osnabrücker Academy - stehend und ausgiebig. Das dürfte nicht nur der Ohrwurm-Qualität der - ins Deutsche übersetzten - AbbaBA-Songs geschuldet gewesen sein. Vor allem beeindruckten die jungen Hauptdarsteller und Hauptdarstellerinnen: Ausgestattet mit erstaunlichen stimmlichen Möglichkeiten verhalfen sie den Pop-Klassikern gefühlvoll zu eigenständigem Ausdruck. Entsprechend quittierte das Publikum das hohe gesangliche Niveau des Musicaldarsteller-Nachwuchses immer wieder mit Szenenapplaus, sagte mithin „Danke für die Lieder“ - etwa an Ellen Schaeben („Sophie“) und Marius Hatt („Sky“) für „Nimm dein Herz an eine Leine“ („Lay All Your Love On Me“).

Mit Rosalie Becker war die Rolle der allein erziehenden Mutter und einstigen Dancing Queen „Donna“ stark besetzt - begeisternd, um nur ein Beispiel zu nennen: „Der Sieger hat die Wahl“ („The Winner Takes It All“). Mitreißend die Show-Szenen gemeinsam mit Nadine Hain („Tanja“) und Stefanie Adam (Rosie“) in den Rollen der Freundinnen aus einstigen „Donna und die Dynamos“-Tagen : „Tanz ins Licht“ („Dancing Queen“) oder „Super Trouper“. Als schräge Typen und potenzielle Väter Sophies betraten Sebastian Ciminsky („Sam“), Martin Dubiel („Harry“) und Claudio Meyer („Bill“) die Bühne und überzeugten in wechselnden Konstellationen mit „S.O.S.“, „Unser Sommer“ („Our Last Summer“) oder „Was ist das für ein Spiel? („The Name Of The Game“).Martin Wessels-Behrens zeichnete für die musikalische Einstudierung verantwortlich. 

„Alles ein bisschen flotter” - Sascha Wienhausen hatte regieführend deutlich in die Originals und Welterfolge eingegriffen. Die Choreografien von Julia Jentsch trugen ein Übriges zu einer insgesamt temporeichen, witzigen, alle Sinne ansprechenden Inszenierung bei.  Die GMA-Aufführungen mit wechselnden Produktionen im Kulturhaus, veranstaltet von der Tecklenburg Touristik, sind schon Institution im Tecklenburger Kulturhaus - und es macht immer wieder Spaß, zu sehen, was die Osnabrücker Studierenden in Sachen Schauspiel, Gesang und Tanz schon auf dem Kasten haben. 

VON BEATE MÜLLER